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Transocean Cruises stellt Betrieb ein

Leider fordert die Corona-Krise nun das erste Opfer auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft South Quay Travel Limited (SQTL) am vergangenen Montag, ist nun (wieder einmal) Schluss für Transocean Cruises. 

Alle Reisen für die Zukunft wurden abgesagt. Die bereits geleisteten Zahlungen der Reisenden sollen durch den Sicherungsschein der Association of British Travel Agents gedeckt sein. 

Bis zuletzt hatte das Management von SQTL um frisches Geld bei den Banken und Investoren gekämpft. Wie sich nun herausstellt, haben sie den Kampf leider verloren. 

Erst im vergangenen Jahr hatte Transocean mit der Vasco da Gama, der ehemaligen Statendam der Holland Amrica Line, ein neues Schiff in Dienst gestellt. Mit ihrer Größe, Ausstattung und 149 Balkonkabinen, schien dieses Schiff in die richtige Richtung für eine erfolgreiche Zukunft des ehemals deutschen Seereiseveranstalters zu sein. Wenn auch das Schiff nach den ersten Fahrten auf ein geteiltes Echo stieß, was den Zustand betraf. So waren Konzept und Schiffstyp mit Sicherheit erfolgsversprechend. Ermutigt von Buchungszahlen und Auslastung war deshalb für die nahe Zukunft sogar die Indienststellung des Schwesterschiffs, der ehemaligen Ryndam, geplant. 

Nicht nur die Kunden dürften geschockt und enttäuscht sein. Haben doch die Mitarbeiter von Tansocean Cruises in den letzten Jahren hart gearbeitet, um nach der ersten Insolvenz von Transocean Tours im September 2009 die Versäumnisse der Vergangenheit vergessen zu machen. So stand die klassische deutsche Kreuzfahrt doch insgesamt scheinbar vor dem Aus, weil man verpasst hatte sich auf den sich veränderten Kreuzfahrtmarkt einzustellen. Besonders bitter ist, dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt waren und Transocean vielen Unkenrufen zum Trotz den Neuausrichtung erfolgreich vollzogen hatte. 

Leider zeigt es nun aber auch, wie fragil und verletzlich die Reisebranche ist. Fühlte sich doch gerade die Kreuzfahrtindustrie vor der Pandemie als fast unverwundbar im Bezug auf Nachfrage und Marktchancen.